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Geschichte in Daten

Die genaue Zeit der Gründung der ersten Burg in Náměšť nad Oslavou kann man heute nicht mehr bestimmen. Man kann allerdings voraussetzen, dass Náměšť um das Jahr 1220 im Tal des Flusse Oslava entstand. Die erste schriftliche Erwähnung, die die Besiedlung des Ortes an der Stelle des heutigen Schlosses betrifft, hat ihre Herkunft im Jahr 1234. Damals hat Budiš aus Náměšť von den Herren von Lomnice als Zeuge auf einer Schenkungsurkunde eines Klosters in Oslavany unterzeichnet. Mitglieder dieser Familie (konkret eines Zweiges dieser Familie, die in Velké Meziříčí ansässig war) waren Eigentümer der Burg in Náměšť. Von dieser Burg blieben bis in die heutigen Tage nur ein für die Verteidigung bestimmter Walzenturm und ein Teil der Mauer erhalten. In den Jahren 1399 bis 1437 waren die Herren von Kravaře Eigentümer der Burg und später auch kurz Matěj Švamberk von Skviřičín (1437 bis 1448), Znata von Prusy und von Melice (1448 bis 1455) und Ctibor Tovačovský von Cimburk (1455 bis 1464). Im Jahre 1464 erhielt wieder das Geschlecht der Herren von Lomnice die Burg. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre desselben Jahrhunderts wurde das ganze Gebiet von Náměšť von ungarischen Truppen verwüstet. Nach der Ehe, die die Tochter von Jan von Lomnice und von Náměšť, Libuše, und Bedřich von Žerotín geschlossen haben, wurde die Domäne zum Besitz dieses bedeutenden mährischen Geschlechts, nämlich des Geschlechtes von Žerotín.

Nach dem Jahre 1583 hat von Náměšť Jan Diviš von Žerotín, Bruder des bekannten Karel Starší von Žerotín (1564 bis 1636), 1895die Domäne geerbt. Die Domäne von Náměšť bestand in dieser Zeit aus vierzig kleineren Gehöften. Während der Minderjährigkeit und nach dem Tod von Jan Diviš von Žerotín wurde die Domäne von seinem Bruder Karel Starší von Žerotín verwaltet. In dieser Zeit wurde Náměšť zu einem bedeutenden Zentrum des Kultur- und Gesellschaftslebens in Mähren und das Gebiet erlebte eine markante wirtschaftliche Entwicklung. Es war gerade das Geschlecht von Žerotín, das sich um den Umbau der Burg in Náměšť in ein ausgedehntes Schloss im Stil der Renaissance verdient gemacht hat. Im Jahre 1578, während der Regierung des Geschlechtes von Žerotín, wurde die Druckerei der tschechischen Reformationskirche Čeští bratři (Tschechische Brüder) in die nicht weit entfernte Gemeinde Kralice umgesiedelt. Gerade in Kralice entstand eines der bedeutendsten Werke tschechischen Schrifttums, nämlich die Bibel von Kralice. In der Zeit nach der Schlacht am Weißen Berg, konkret im Jahre 1628, als „Die Verneuerte Landesordnung für Mähren“ von Ferdinand II in Kraft trat, verkaufte Karel Starší die Domäne von Náměšť dem kaiserlichen General Albrecht von Waldstein (Wallenstein). Der überließ das erworbene Eigentum dem Freiherrn Jan Křtitel Verda von Verdenberk. Das Geschlecht von Verdenberk verwaltete die Domäne bis in das Jahr 1733. Nach diesem Geschlecht wurde Adrián von Enkenvoirt zum Besitzer und zwar für 10 Jahre bis zu seinem Tod. Aufgrund des Erbrechts und nach Verkauf von einigen Anteilen erwarb Fürstin Františka Marie das Eigentum, die den Fürsten Hanuš Leopold von Kufštejn geheiratet hat.

Im Jahre 1752 erwarb der von der Kaiserin Maria Theresia beauftragte Autor der umfangreichen Reform der Verwaltung, Konferenzminister und oberster böhmischer Kanzler, Friedrich Wilhelm Graf von Haugwitz die Domäne von Náměšť. 1880Die Domäne von Náměšť erlebte in dieser Zeit – das Geschlecht von Haugwitz war ein altes mährisches Geschlecht aus Biskupice – den größten Aufschwung in seiner Geschichte. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Ökonomie und Wirtschaft (die Gegend war überwiegend von Landwirtschaft abhängig), sondern auch die Kultur. Náměšť wurde am Ende des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts während der Regierung von Heinrich Wilhelm und Karl Wilhelm von Haugwitz zu einem bedeutenden Zentrum der Musikkultur. Das Geschlecht der Grafen von Haugwitz besaß die Domäne bis zum Ende des 2. Weltkrieges. Nach dem Krieg waren der letzte Eigentümer Graf Heinrich und seine Familie gezwungen, das Schloss aufgrund der Beneš-Dekrete zu verlassen. Kurz darauf interessierte sich Präsident Beneš für das Schloss in Náměšť und er ließ es – besonders die repräsentativen Räume im 1. Stock – zu seiner Sommerresidenz in Mähren umbauen. Er hielt sich hier allerdings nur kurz auf und zwar im Jahre 1947. Zwei Jahre später war das Schloss schon zum Teil für die Öffentlichkeit zugänglich und in den Sälen wurden in Tschechien einzigartige Kollektionen von Tapisserien installiert.

Im Jahre 2001 wurde das Schloss in das Verzeichnis der Nationalen Kulturdenkmäler eingetragen.